Fragen und Antworten

Warum gibt es so wenige Freifunkknoten?

Ernsthaft?

Freifunkknoten werden von Freiwilligen aufgestellt. Wenn es an diesem und jenen Punkt keinen Freifunkknoten gibt, dann hat ihn halt noch niemand dahin gestellt. Es gibt viele Gründe warum das so ist; um einige zu nennen:

  • die Menschen wissen gar nicht, dass es Freifunk gibt
  • die Menschen haben Angst vor Freifunk
  • die Menschen sehen keinen Sinn darin einen Knoten aufzustellen

Es liegt also an Dir die Menschen von den Vorzügen von Freifunk zu überzeugen, sie auf die Gefahren hin zu weisen und zu erklären, warum es für sie und alle um sie herum so toll ist einen Freifunkknoten aufgestellt zu haben.

Uns sei noch eine rhetorische Gegenfrage erlaubt:
Hast Du eigentlich bei Dir einen Freifunkknoten aufgestellt?

Warum gelange ich an bestimmten Freifunkknoten nicht ins Internet?

Der Freifunkknoten hat keinen Kontakt zu anderen Knoten mit Internetzugang.
Der Freifunkknoten hat selbst keinen Internetzugang.
Beim Knotenaufsteller herrscht eine Störung im Internetanschluss und es gibt keinen anderen Knoten, der an das Internet angeschlossen ist.

Freifunk ist bekannterweise freiwillig und hat keine Garantie zu funktionieren. Entweder wird dort gerade am Freifunk gearbeitet, dann ist die Störung nicht permanent und wird bald behoben sein, oder es herrscht eine Störung, von der der Knotenaufsteller nichts weiß. Informiere ihn in diesem Fall darüber.

Es kann auch sein, dass so ein Knoten einfach so aufgestellt wurde und drauf wartet, dass weitere Knoten in seiner Nähe aufgebaut werden. Schau, ob Du selbst etwas für den weiteren Aufbau tun kannst.

Ist die Nutzung von Freifunk sicher?

Nein! Kein WLAN ist sicher.

Freifunk ist ein öffentliches Netzwerk ohne Zugangsbeschränkung. Jeder darf es nutzen. Wir können nicht ausschließen, dass jemand etwas böses in Schilde führt und im Freifunk sein Unwesen treibt. Du bist verpflichtet für deine eigene Sicherheit zu sorgen in dem Du auf deinem Zugangsgerät

  • die Software auf dem aktuellsten Stand hältst,
  • die Firewall entsprechend einrichtest
  • und Dich über weitere Vorgehensweisen zum eigenen Schutz informierst.

Wir beantworten diese Frage deshalb mit nein, weil im Freifunk die selben Gefahren herrschen wie im Internet. Dies sollte Dir bei der Nutzung von Freifunk bewusst sein und Du solltest dich entsprechend verhalten.

Ist die Aufstellung eines Freifunkknotens sicher?

ja

Es handelt sich um ein Gerät mit dem CE-Zeichen. Würde von diesem Gerät eine Gefahr ausgehen, dürfte es gar nicht nach Deutschland importiert werden.

Die Freifunk Wuppertal Firmware ist von uns so eingerichtet, dass niemand auf den Knoten Zugriff hat. Sollten Sicherheitslücken bekannt werden, werden wir eine neue Firmware veröffentlichen, die die Knoten automatisch aktualisieren werden.

Die Freifunknutzer passieren nur dieses Gerät und haben keinen Zugang ins eigentliche Netzwerk des Knotenaufstellers oder seinen Internetanschluss.

Ist Freifunk wirklich Kostenlos?

ja und nein

Freifunk an sich ist Kostenlos. Man kann kostenlos Daten von einem Freifunk-Nutzer zum Anderen verschicken. Freifunk ist eine Kommunikationsinfrastruktur. Und wie jede andere Infrastruktur kostet sie Geld. Um Daten zu versenden werden Funkwellen benötigt. Die Daten müssen außerdem für den Transport entsprechend vor- und nachbereitet werden. Dies erledigt ein Prozessor im Router, der beim Rechnen elektrische Energie in Wärme umwandelt. Funkwellen sind Energie in Form elektromagnetischer Strahlung. Um sie zu erzeugen und abzustrahlen wird elektrische Energie benötigt, die jeder Knotenaufsteller selbst bezahlt. Dies sind je nach eingesetztem Prozessor im Knoten etwa 20 Cent im Monat.

Ist der Zugang zum Internet wirklich Kostenlos?

nein. Du solltest etwas Geld an den Freifunk Rheinland e. V. spenden.

Das Internet ist auch eine Kommunikationsinfrastruktur. Es gibt drei Arten so eine Infrastruktur aufrecht zu erhalten:

  • dies erledigt der Staat und finanziert sie aus Steuergeldern oder anderen Einnahmen
  • dies tun die Menschen selbst und finanzieren das Nötige und dessen Strombedarf
  • dies machen private Unternehmen und finanzieren es über ihre Preispolitik mit den zahlenden Kunden

Freifunk ist nur eine Kommunikationsinfrastruktur zwischen den Freifunk-Knoten. Man kann eigentlich schon im Freifunk Dienste anbieten, wie es sie schon im Internet gibt. Einfach einen entsprechenden Server an den Knoten anschließen: fertig. Das ist jedoch Utopisch, denn Freifunk ist kein weltumspannendes Netzwerk, und ohne das Internet wäre Freifunk nur für ein Häufchen Enthusiasten und Puristen etwas nützliches. Man kann auch noch einzelne Freifunk-Netze in Deutschland und Weltweit verbinden, aber wie viele davon gibt es und sind auch die Diensteanbieter, die wir täglich Nutzen, auch in irgendeinem Freifunk?

Es gibt also im Freifunk Wuppertal den Zugang zum Internet, was den Freifunk als Grundgedanken enorm aufwertet. Und dieser Zugang funktioniert völlig Transparent; so, als ob man zu Hause im eigenen WLAN surfen würde. Es gibt nicht mal ein Passwort oder störende Anmeldeseiten, denn Freifunk ist frei. Dieser Zugang wird über das Backbone des Freifunk Rheinland e. V. realisiert, welches von seinen Mitgliedern ehrenamtlich verwaltet wird. Und dennoch kostet es Geld. Die Server, die Backbone-Router, die RIPE-Mitgliedschaft, die IP-Adressen, der Strom und was sonst noch anfällt müssen bezahlt werden.

Früher haben in Wuppertal die Knotenaufsteller ihren eigenen Internetanschluss geteilt. Dies war jedoch problematisch, da man in Deutschland als Privatperson als Störer haftet, wenn andere etwas unerlaubtes über diesen Anschluss durchführen. Aus diesem Grund wird der Freifunk Rheinland e. V. als Internetprovider benutzt, zu dem über den eigenen Anschluss ein Tunnel aufgebaut wird.

Der Zugang ins Internet über den Freifunk ist eine von Menschen – und keine von Firmen oder dem Staat – bereit gestellte Dienstleistung. Bitte spende an den Freifunk Rheinland e. V., um diesen Zugang weiterhin anbieten zu können.

Warum gibt es keine Freifunk-Firmware für meine FRITZ!Box?

Die Firmware des Herstellers AVM beinhaltet proprietäre Bestandteile (ISDN und anderer Kram). Wir würden das Urheberrecht verletzen, wenn wir eine modifizierte Version für diese Router anbieten würden obwohl der Rest der Firmware vorbildhaft unter GPL veröffentlicht wird. Mit dem Freetz-Projekt besteht die Möglichkeit die ohnehin von Haus aus mächtige AVM-Firmware mit weiteren Bestandteilen zu erweitern.

Bitte schreibe die Menschen bei AVM direkt an, sie mögen bitte das Linux-Kernel-Modul B.A.T.M.A.N.-Advanced (Kompatibilitätsmodus 15) sowie die Tunneltechnologie fastd – beide mit dazugehörigen Einstellungsmöglichkeiten für die Weboberfläche – in ihre Firmware einarbeiten und pflegen (denn sie werden ständig weiter entwickelt). Damit wäre deine FRITZ!Box auf Anhieb in einen Freifunk-Knoten verwandelt. Du müsstest dann nur noch die Wuppertaler Einstellungen eintragen. Kann sein, dass AVM etwas auf diesem Gebiet unternehmen wird, denn sie haben ihre Kunden wirklich lieb und pflegen lange ihre Produkte.

Ansonsten bleibt Dir selbst noch die Möglichkeit mit Freetz eine eigene Firmware zu zaubern. Wir haben uns noch nicht erkundigt, ob das geht, und es noch nicht selbst versucht.